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GTL Lindau
 
Fachbereich: Abwasserwirtschaft
 
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Rückstausicherung

Sichern Sie Ihren Keller gegen Überschwemmung
 
Die Stadtentwässerungswerke Lindau informieren:

Wie kommt es zu einem Rückstau aus dem Kanalsystem?
Nach längeren Hitzeperioden oder bei kurzfristigen Änderungen der Wetterlage mit großen Temperaturunterschieden ist mit niederschlagreichen Gewittern zu rechnen. Diese Wolkenbrüche übersteigen oftmals die Niederschlagsmengen, die bei der Auslegung der Aufnahmekapazität der Straßenkanäle oder Vorflutgräben herangezogen wurden. Da dann die öffentlichen Straßenkanäle überlastet sind, steigt der Abwasserstand in den Kanalschächten bis hin zur Straßenoberkante und läuft schließlich an der Oberfläche ab.
 
§9 Grundstücksentwässerungsanlage, Abs. 5:
"Gegen den Rückstau des Abwassers aus dem Abwassernetz hat sich jeder Anschlussnehmer selbst zu schützen."
 
Wie kommt es zur Kellerüberschwemmung?
 
Weil sich das Abwasser in einem miteinander verbundenen Rohrsystem nach dem Gesetz der kommunizierenden Rohren gleichmäßig einstellt, bedeutet dies, dass auch die privaten Entwässerungsleitungen auf den Grundstücken bis auf Straßenniveau -- die sogenannte Rückstauebene -- gefüllt werden. Das Abwasser wird nun an Entwässerungsobjekten in Keller- bzw. Wohnräumen, die unterhalb der Rückstauebene liegen und über keine Rückstausicherung verfügen, überlaufen und die Räume überfluten → siehe Bild 1.
Weiterhin wird das Abwasser an undichten Muffen, defekten Röhren und Drainagen ohne Rückstausicherung austreten, was ebenfalls zu Schäden am Baukörper führen kann.

Ist Ihr Haus dagegen gesichert?

Als Hausbesitzer haften Sie gegenüber Ihren Mietern. Die Versicherungen können Entschädigungen einschränken oder sogar ablehnen, wenn Ihre Grundstücksentwässerung nicht den einschlägigen Vorschriften und Regeln der Technik entspricht. Daher kann mangelnde Vorsorge zu einem teuren Spaß werden.

Sind Sie vor abfließendem Oberflächenwasser geschützt?

Bei starkem Regen läuft überschüssiges Oberflächenwasser, das von Dachrinnen, Hof- und Straßenabläufen sowie Entwässerungsrinnen nicht mehr aufgenommen werden kann, den Geländegegebenheiten folgend zu natürlichen Tiefpunkten ab. Häuser, die mit dem Erdgeschoß auf Straßenniveau oder sogar tiefer liegen, sind hier besonders gefährdet. Durch eine zusätzliche Stufe an der Kelleraußentreppe oder durch Erhöhung der Lichtschächte kann mit einfachen Mitteln verhindert werden, dass Oberflächenwasser in die Kellerräume läuft. Auch gartengestalterische Maßnahmen, z.B. durch Geländemodellierung, können dafür sorgen, dass das Oberflächenwasser vom Haus weggeleitet wird.
 
Infografik : Falsch, Untergeschoß- Entwässerung ohne Rückstausicherung. Falsch: Untergeschoß- Entwässerung ohne Rückstausicherung.
 
Wie sichern Sie sich gegen Rückstau?

Der beste Schutz gegen eindringendes Abwasser ist ein Verzicht auf Entwässerungseinrichtungen unterhalb der Rückstauebene,falls dort kein Abwasser anfällt. Möchten Sie auf Abläufe, Waschbecken, Toiletten usw. im Untergeschoß nicht verzichten, sollten Sie sich vor der Durchführung entsprechender Maßnahmen zur Rückstausicherung von einem Fachmann -- einem Architekten, Fachingenieur oder Sanitärinstallateur -- beraten lassen.

Wo sind die technischen Bestimmungen festgelegt?

Diese Infobroschüre kann Ihnen nicht alle technischen Einzelheiten für die Durchführung der erforderlichen Maßnahmen gegen Rückstau vermitteln. Die technischen Bestimmungen für Entwässerungsanlagen in Gebäuden und auf Grundstücken sind in der DIN 1986 enthalten, die hier in einem kleinen Auszug zitiert wird:

DIN 1986-1, Abschnitt 7.2.2:

  • Schmutzwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, ist der öffentlichen Kanalisation über eine automatisch arbeitende Abwasserhebeanlage rückstaufrei (Heben über die Rückstauebene, Rückstauschleife) zuzuführen → siehe Bild 2; abweichend davon darf bei Vorhandensein natürlichen Gefälles und für Räume untergeordneter Nutzung
  • Schmutzwasser aus Klosettanlagen oder Urinalanlagen (fäkalienhaltiges Abwasser) über Rückstauverschlüsse nach (DIN 19578 Teil 1) abgeleitet werden, wenn der Benutzerkreis der Anlagen klein ist (wie z.B. bei Einfamilienhäusern, auch mit Einliegerwohnung) und ihm ein WC oberhalb derRückstauebene zur Verfügung steht,
  • Schmutzwasser ohne Anteile aus Klosettanlagen oder Urinalen (fäkalienfreies Abwasser) über Rückstauverschlüsse nach DIN 1997 Teil 1 (siehe Bild 3) oder DIN 19578 Teil 1 abgeleitet werden, wenn bei Rückstau auf die Benutzung der Ablaufstellen verzichtet werden kann.

Infografik : Richtig, Rückstausicherung durch Einbau einer Hebeanlage für die Untergeschoßentwässerung.
Richtig: Rückstausicherung durch Einbau einer Hebeanlage
für die Untergeschoß-Entwässerung.

 
Infografik : Richtig, Rückstausicherung durch Einbau von Bodenabläufen mit Rückstaudoppelverschluß für die Untergeschoßentwässerung.
Richtig: Rückstausicherung durch Einbau von Bodenabläufen
mit Rückstaudoppelverschluß für die Untergeschoß- Entwässerung.


DIN 1986-1. Abschnitt 7.2.1:

Niederschlagswasser von Flächen unterhalb der Rückstauebene darf der öffentlichen Kanalisation nur über eine automatisch arbeitende Hebeanlage rückstaufrei (Heben über die Rückstauebene, Rückstauschleife) zugeführt werden. Niederschlagswasser kleiner Flächen von Kellerniedergängen, Garageneinfahrten und dergleichen kann versickert werden. Falls dies nicht möglich ist, dürfen jedoch solche Flächen bei Vorhandensein natürlichen Gefälles über Rückstauverschlüsse nach DIN 1997 Teil 1 oder DIN 19578 Teil 1 entwässert werden, wenn geeignete Maßnahmen, z.B. Schwellen bei Kellereingängen oder Regenauffangrinnen bei tiefliegenden Garageneinfahrten, ein Überfluten der tiefliegenden Räume durch Regenwasser verhindern, solange der Rückstauverschluß geschlossen ist.

Hinweis:
Bei Rückstau im Kanalsystem und gleichzeitigen Regenfällen kann das anfallende Oberflächenwasser dieser tiefliegenden Flächen nicht abgeleitet werden.

Empfehlung:
Versickerung oder Pumpen.

Wird Ihre Rückstausicherung regelmäßig gewartet?

Häufig sind die erforderlichen Rückstausicherungen in einer ordnungsgemäß installierten Grundstücksentwässerungsanlage vorhanden und trotzdem kommt es zu Schäden durch zurückstauendes Abwasser. Dies hat dann seinen Grund in einer fehlenden oder unzureichenden Wartung der Rückstausicherungen:
  • Abwasserhebeanlagen sollen bei Anlagen in Mehrfamilienhäusern in Zeitabständen von maximal 1/2 Jahr und bei Anlagen in Einfamilienhäusern von maximal einem Jahr durch einen Fachkundigen gewartet werden (gemäß DIN 1986- 31, Abschnitt 5.2),
  • Rückstauverschlüsse für fäkalienfreies Abwasser nach DIN 1997 Teil 1 sollen zweimal im Jahr durch einen Fachkundigen gewartet werden (gemäß DIN 1986- 32, Abschnitt 4.2),
  • Rückstauverschlüsse für fäkalienhaltiges Abwasser nach DIN 19578 Teil 1 müssen durch einen Fachbetrieb mindestens zweimal im Jahr gewartet werden (gemäß DIN 1986- 33, Abschnitt 4.3).
Die Stadtentwässerung empfiehlt den Anlagenbesitzern, für die regelmäßig durchzuführenden Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen einen Wartungsvertrag abzuschließen.

Gesetzesgrundlage:

Satzung über die Entwässerung der Grundstücke, deren Anschluss an die öffentliche Entwässerungsanlage und deren Benutzung (Entwässerungssatzung der Stadt Lindau) vom 17.Okt. 1994

§9 Grundstücksentwässerungsanlage, Abs.5:
"Gegen den Rückstau des Abwassers aus dem Abwassernetz hat sich jeder Anschlussnehmer selbst zu schützen."

Haben Sie noch weitere Fragen?

Für nähere Informationen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau unter der Telefonnummer 08382 / 9641 14 zur Verfügung.



 
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